haunibeinl

mein erster schwarm!

dies ist eine liebesgeschichte. oder so.

jedenfalls, eine imkerei ohne bienen ist irgendwie langweilig. aber woher nimmt man bitteschön bienen? gibt’s ja nicht beim greißler ums eck (gut, es gibt ja auch fast keine greißler mehr). der einfachste weg zu bienen zu kommen, ist einen schwarm einzufangen. das ist zwar etwas komplizierter, als einen liebesbrief zu schreiben (willst du… ja nein weiß nicht vielleicht), aber wahrscheinlich etwas effizienter.

ein schwarm ist quasi die natürliche teilung eines bienenvolkes. im frühjahr sind die bienen fleiszig, die königin legt eier, die bevölkerung explodiert. bald wirds zu eng im bienenstock, und viele bienen werden arbeitslos. das bienen-ams vermittelt nur schlecht, und aus langeweile beginnen die arbeitslosen bienen eine neue königin heranzuziehen. kurz vor deren schlupf kriegt die alte das spitz, macht einen auf beleidigt und zieht mit der halben belegschaft aus – die bienen schwärmen. meist hängt dann irgendwo in einem baum, manchmal auch vor einem fenster, so eine kugel aus bienen. und wer’s findet, dem/der gehörts!

der tag meines ersten schwarms war etwas belastend für meine nerven. gleich in der früh die gute nachricht, ein bekannter imker hat einen schwarm, ich soll ihn zu mittag holen kommen. perfekt, die freude steigt ins unermessliche. kurz vor mittag dann, der schwarm ist leider weitergezogen. mist. die stimmung sinkt in den keller. dann ein anruf von einem nachbarn: schwarm in der linde. nichts wie hin, aufregung pur! nur zehn minuten später ist auch dieser wieder weg. himmel, das nervt.

am abend ist es aber dann soweit. ein cowboy aus dem ort hat einen schwarm im baum. er hat einen strohkorb an einer langen stange in den baum gelehnt, öffnung nach unten, und etwas wachs mit honigresten in den korb gestrichen. angelockt vom duft des wachses und des honigs, und motiviert auf die aussicht einer regensicheren behausung hat sich die bienenkugel vollständig in den korb zurückgezogen. da es grade zu regnen beginnt, sind auch alle flugbienen im korb.

cowboy: des is a gaunz schen großer schwarm. sehr stark. wiegt sicher über zwei kilo.

ich (jetzt bloß keine unkenntnis anmerken lassen): zwei kilo? bist du wahnsinnig, wow…

nun, dass er schwer ist, sollen wir gleich merken. die aufgabe wär ja an sich ganz leicht: die stange mit dem korb vorsichtig aus dem baum nehmen, den korb herunterlassen und über meiner mitgebrachten beute ausklopfen. die bienen fallen rein, kurz warten, bis sich alles beruhigt, deckel drauf und ab nach hause.

doch der schwarm ist schwer. und die stange bricht, der bienenkorb knallt auf den boden. plötzlich sind wir von einer wolke an verwirrten bienen umgeben.

an sich sollen schwärmende bienen ja nicht stechen. da kannst mit der hand umrühren im schwarm, hat mein opa gesagt. trotzdem bin ich aufgeregt, quasi adrenalinoverload. dumme sache, so leicht hätte es gehen können…

der schwarm hat sich aufgeteilt. ein teil ist in die beute gefallen, ein teil klebt am korb am boden, ein teil hängt wieder im baum. schuld daran ist das königinnenpheromon, ein duftstoff, der den bienen zeigt, wo die königin ist. und der haftet am baum, im korb und, da vermutlich die königin auch in die beute gefallen ist, auch in der beute. jetzt kann ich nur abwarten. irgendwann lässt der duft am korb und im baum nach, und die bienen finden zur königin in der beute. der cowboy hat zeit, setzt sich an seinen fischteich nebenan, knackt eine dose bier und angelt. ich muss aber weiter, und so bleibt die beute vorerst wo sie ist.

es ist dann doch ein wenig wie mit einem liebesbrief: vielleicht nächste woche…

Dieser Beitrag wurde am 28. Mai 2012 um 13:10 veröffentlicht. Er wurde unter Uncategorized abgelegt und ist mit , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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