haunibeinl

verwirrungen…

ich hab mal wo gelesen, es wäre gut, schon sehr zeitig am morgen zu den bienen zu gehen. dann sollen sie ruhig und entspannt sein. das probier ich doch gleich mal aus. punkt 6uhr morgens steh ich in voller montur bei den bienen, overall, handschuhe, schleier, nelkenölfetzen, sprühflasche. smoker steht bereit, aber ich wills erst mal ohne versuchen. vor dem flugloch verschlafene stimmung, kein betrieb um diese uhrzeit.

aber das mit der entspanntheit, das müsste mal jemand meinen bienen erzählen. als ich den deckel aufhebe, gehts gleich mal ordentlich rund, und ich bin froh, dass ich mir noch handschuhe besorgt habe, als mich schon die erste wütende biene den stachel in die finger rammen will.

zeit, um mit ein paar mythen aufzuräumen.

erstens: nelkenöl hat super funktioniert, bei meinem buddy. ein stofftuch mit dem öl über die offene beute gelegt, und der kasten war quasi leer von bienen. nicht so bei meinen bienen. die stört das überhaupt nicht.

zweitens: wasser aus der sprühflasche verhindert auffliegen der bienen. möglicherweise. aber bis ich zum sprühen komm, fliegt mir schon der halbe stock um die ohren.

drittens: früh aufstehen bringt müde augen, und dass man den sonnenaufgang sehen kann.

viertens: der smoker bringts. der smoker bringts nicht. mir kommt vor, meine bienchen werden dadurch nur noch aufgeregter. ich meine, zu sehen ist ja, dass sie sich mit honig vollfressen, aber das hindert niemanden daran, mich trotzdem anzugreifen. was jedenfalls nicht unbeachtet bleiben darf, ist das gesundheitliche risiko für die person. ständig von einer rauchschwade umgeben (besonders in bienenhütten), brennen bald die augen, und das „beuschl“ (die lunge) ist auch nicht so glücklich…

ich kanns mir nicht anders erklären, aber ich glaube ich habe da zwei hochagressive völker. wenn ich nur kurz den deckel anhebe, schießen mir schon die ersten wütenden bienen entgegen und attakieren meinen schleier. oder hat da jemand eine andere erklärung dafür?

das kann einem jedenfalls die arbeit an den bienen schon recht verleiden. aber was solls, was getan werden muss, muss getan werden. also weiter gehts, auf zur großen kontrolle.

volk eins, der schwarm: schock. der honigraum ist komplett leer. so richtig leer. kaum bienen (bis auf die, die schon wütend nach einem loch in meinem overall suchen), nicht eine einzige wabe, lediglich die rähmchen wurden dick mit propolis angeklebt. das ist schlecht, denn das futter und die letzten trachten hätten hier schon in waben eingelagert werden sollen, als vorrat für den winter. die waben im brutraum sind hingegen schwer und gefüllt mit honig. aber etwas wenig bienen sind das hier schon, dafür dass es von außen in letzter zeit so aussah, als seien beide völker in etwa gleich stark…

volk zwei, der ableger: schock. der honigraum ist – nicht leer. aber komplett vermurkst. waben sind da, und da ist auch honig drin. aber die waben sind leider nicht innerhalb der rähmchen gebaut – sondern schräg über die rähmchen drüber. sieht von oben circa so aus:

was natürlich bedeutet, dass die rähmchen auch nicht einzeln rausgenommen werden können. und das entspricht nicht ganz dem sinn der sache.

ein moment der verzweiflung überkommt mich – hab ichs versaut? hätt ich nicht doch lieber ganz normal anfangen sollen, wie alle anderen auch? hätt ichs vielleicht gleich ganz bleiben lassen sollen, und stattdessen schafe halten sollen? oder hühner? und was zum kuckuck mach ich jetzt? waben rausschneiden geht nicht (oder besser, ich trau mich nicht), weil ich die waben ja nicht frei von bienen kriege (rausnehmen und abkehren ist ja heute nicht im angebot). ich kann bloß die ganze beute runternehmen. und was mach ich mit dem anderen volk? noch immer keine honigwaben gebaut…

ein sprichwort sagt: blöd kannst du sein, wie du willst, aber zu helfen musst du dir wissen. naja, ich hab da so eine idee. ich hatte mir zuvor schon mittelwände gekauft, für den notfall. und der ist ja nun eingetreten. der plan lautet nun folgendermaßen:

ich gebe dem ersten volk die leere beute zurück, mit mittelwänden in den rähmchen. vielleicht bauen sie diese dann zu waben aus, rechtzeitig bevor ich für den winter einfüttern sollte. dem zweiten volk gebe ich ebenfalls eine beute mit mittelwänden in rähmchen, und setze die vermurkste beute mit den schiefen waben oben drauf. ich hoffe, dass sie die mittelwände zu geraden waben ausbauen, und vielleicht den honig von den vermurksten waben dorthin umtragen.

ein wenig improvisieren muss ich dann auch noch. denn üblicherweise sind rähmchen gedrahtet, um die mittelwände zu halten. da ich ja naturbau geplant hatte, gibts bei mir keine drähte. also muss ich die mittelwände an das rähmchen drankneten.

und weil eine ganze mittelwand (in größe des rähmchens) vermutlich zu schwer sein würde, hab ich jede mittelwand der länge nach halbiert und nur die halbe ins rähmchen gegeben. in der unteren hälfte können die bienen dann wieder naturbau praktizieren.

so. fertig. im overall dampfts, und ich rieche wie geräuchert. für heute hab ich erst mal genug von diesen wilden. hab ich schon erzählt, letztens will ich blumen vorm bienenhaus setzen, gehn sie mich nicht aufs derbste an und verfolgen mich auf meiner flucht? hallo, ich bringe blumen!!! undankbar, sag ich da nur.

ein paar tage darauf kontrolliere ich nochmal kurz, ob das mit den mittelwänden hinhaut. und es sieht gut aus, bien sei dank. die mittelwände halten noch, und es ist erkennbar, dass die bienen dran arbeiten. nicht gut zu sehen, aber die vorgeprägten zellen kriegen schon „wände“…

jetzt muss nur noch die zeit reichen für einen vollständigen ausbau der waben. fallls nicht, hab ich mir noch einen notfallsplan überlegt: ich könnte mir von meinem buddyimker ausgeschleuderte (also leere) waben ausleihen. die hänge ich dann in meine honigräume, kurz vor der winterfütterung. aber vorerst hoffen wir das beste…

Dieser Beitrag wurde am 30. August 2012 um 18:50 veröffentlicht. Er wurde unter Uncategorized abgelegt und ist mit , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

3 Gedanken zu „verwirrungen…

  1. Ohja, Du sprichst mir aus der Seele- wie oft hab ich das schon gedacht: „– hab ichs versaut? hätt ich nicht doch lieber ganz normal anfangen sollen, wie alle anderen auch? hätt ichs vielleicht gleich ganz bleiben lassen sollen, und stattdessen schafe halten sollen? oder hühner?“ wenn ich ratlos dastand, als die Waben abgerissen waren, als die bienen plötzlich ü-ber-haupt kein Futter mehr in den Waben hatten, als Massen von Drohnen zu einer Zeit aus den Fluglöchern quollen, zu der es schon gar keine hätte mehr geben sollen…….
    mit dem Wabenbau allerdings wäre ich zuversichtlich gewesen, daß sie, wenn plötzlich ganz viel Futter einzulagern ist, auch in die Hufe kommen und ganz fix Deine vermißten Waben dagewesen wären- auch ohne Mittelwände.
    Wir sind übrigens schon durch mit der Auffütterung… aber da gibt’s ja unterschiedliche Philosophien.
    Das mit dem korrigieren läßt Du nun also die Bienen machen- per umtragen. Ich bin gespannt, ob’s funktioniert!

    • tja, ich war ja zuversichtlich. den honigraum hab ich ja schon vor über einem monat aufgesetzt. und in der zeit hab ich bereits gefüttert, und eine ziemlich reiche (goldruten-)tracht gabs auch, also jede menge futter. aber: kein wabenbau im honigraum… deshalb war ich ja etwas verzweifelt. ich meine, ich hätte mir zumindest wirrbau erwartet. aber da war nicht mal der ansatz einer wabe…

      und für weitere experimente wird halt langsam die zeit zu knapp. manchmal tun bienen nämlich nicht das, was zu erwarten wäre. die zweite hälfte vom ablegervolk zum beispiel, die sich mein buddy behalten hatte, war ja ohne königin (die hab ja ich mit meiner hälfte mitbekommen). üblicherweise wären am nächsten tag schon weiselnäpfe zu sehen gewesen, weil die bienchen ja eine königin brauchen. aber nichts. selbst nach einem monat gabs noch keine königin, keine weiselzellen, nicht mal drohnenbrütige arbeiterinnen. gar nichts. das volk musste aufgelöst (und mit einem anderen vereinigt) werden. dabei war das ein extra starkes volk…

      also, es bleibt mit sicherheit spannend ;)

      • Jupp, das bleibt es wohl- mir sind die Bienen so ganz insgesamt etwas ZU spannend, muß ich sagen- ich hatte mir das ganze entspannter vorgestellt….
        ich drücke Dir die Daumen, daß die Damen nun da weitermachen, wo sie begonnen haben und fleißig ausbauen.
        Bei uns wird wohl morgen wirklich die varroa-Behandlung stattfinden- ohne mich! Ich verdrücke mich zu einer Freundin, und der Herr darf’s richten. Der ist entspannter als ich… – nein, Spaß beiseite, das mit der Freundin war schon lange verabredet- aber es paßt mir ganz gut *g*

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