haunibeinl

summ summ…

also momentan tut sich ja allerorts bienenmäßig einiges. viele schwärme, so scheint es, einige konnten sogar ihre winterverluste wieder etwas wettmachen durch neue schwärme. ich frag mich zwar, wo diese bienen bloß herkommen, bei uns im garten oder auf den obstbäumen waren jedenfalls keine…

na und in so manch anderem bienenblog ist da von abenteuerlichen schwarm-einfang-aktionen zu lesen. von viel arbeit und schweiß, von herumkraxeln auf hohen bäumen, usw. leute, ihr macht was falsch. definitiv. ich jage keinem schwarm hinterher. nein, der schwarm kommt zu mir! ich wurschtel da auch nicht irgendwelche körbe in die baumkronen und versuch dann die bienchen zu zwingen, in die kiste zu springen. nein. bei mir ziehen die sogar von selber in die beuten ein. kein witz, ihr könnt alle noch was von mir lernen. lazy beekeeping.

was war denn nun wieder passiert: innerlich hatte ich die hoffnung fast schon aufgegeben, heuer noch einen schwarm zu erwischen. hatte auch irgendwie kaum zeit, mir mehr gedanken darüber zu machen. vielleicht hätte ich mir ein volk gekauft, irgendwo, und mein buddy hat mir wieder einen ableger versprochen. es waren auch nirgendwo schärme in der nähe. oder in der ferne…

na jedenfalls, plötzlich ein anruf, letzten samstag, so gegen mittag. ich soll schnell zur bienenhütte kommen, da wäre ein schwarm. eher klein, so zwei faust groß vielleicht, direkt in der bienenhütte. toll, denke ich mir, da hab ich wenigstens alles griffbereit. netter zug von den tierchen, erspart mir viel arbeit.

als ich dort ankomme, zeigt sich mir dieses bild:

schwarm in der hütte

zu sehen: der schwarm, wie er da so hängt, auf der unterseite des „tisches“, auf dem die beuten stehen. und wirklich, eher klein der schwarm. aber es kommt noch besser: über dem schwarm standen auf dem tisch zwei beuten gestapelt, oben mit deckel, ohne boden direkt auf dem tisch, weil ja bienenleer. hatte darin alte honigwaben vom letzten jahr gelagert, die ich eigentlich noch entsorgen wollte (war ja eh mehr zuckerwasser, und die rähmchen – geliehen – waren schon etwas kaputt).

so, und als ich jetzt den deckel anhebe, um zu sehen, ob noch brauchbare rähmchen in den kästen sind, kommen mir bienen entgegen! jetzt hat sich doch dieser schwarm nicht nur gleich in die bienenhütte bequemt, nein, er hat auch gleich von selbst die kästen besetzt! die bienen müssen irgendwie durch einen spalt im tisch (ist ja aus alten brettern zusammengeflickt) in die beuten reingekommen sein. und der rest der truppe hing halt noch in der traube darunter.

beim schnellen durchschauen wird auch klar, dass es hier auch kein kleiner schwarm war, die kästen sind voll mit bienen…

alles schön und gut, aber so geht das nicht. die rähmchen in den beuten waren ja nicht mal in den richtigen abständen geordnet, ausserdem will ich nicht, dass sie da wieder reinbrüten, sondern neue brutwaben bauen. also schnell einen kasten zusammengestellt, rähmchen mit mittelwandstreifen (hatte auf die schnelle keine vollkommen leeren), boden, und los gehts: erst mal die rähmchen in den besetzten kästen etwas geordnet und mit einigen leeren rähmchen erweitert. dann dachte ich mir, wenn ich die da jetzt alle einzeln leerfege, ärgere ich nur die bienen, und wer weiß, finden sie nicht nachher doch noch zum honig. ausserdem ist wahrscheinlich die königin auch schon dabei, das wollte ich gar nicht überprüfen, um nicht zu lange da herumzustochern. also hab ich die kästen einfach auf die frische beute draufgestellt. so brauche ich wenigstens nicht zusätzlich füttern, und wenn die waben in der unteren beute ausgebaut sind, wird die königin schon nach unten ziehen. später kann ich die kästen immer noch reduzieren.

so, beibt immer noch die traube unterm tisch. das ist etwas mühsam, weil verwinkelt und schwer zugänglich. ich hab erst mal einen teil der traube in einen kübel gefegt, der rest hat sich wieder neu formiert. für die bienen im kübel wollte ich nun etwas neues ausprobieren: ich hätte sie ja jetzt einfach in die beute leeren können, aber die war mir schon zu hoch (drei beuten übereinander), und sowieso schon zu voll. also schnell ein langes brett geholt und schräg vor den eingang gestellt, wie eine treppe vom boden zum flugloch. auf dieses brett hab ich nun die bienen ausgeleert. der theorie nach sollten sie dann von alleine den weg hinauf in die beute suchen und finden.

völkerwanderung

ja und wie zu sehen ist, tun sie das auch! anfangs noch etwas irritiert, rennt plötzlich eine biene rauf, dann noch eine, und dann setzt die große völkerwanderung ein. wie wenns oben was gratis gäbe…

das hat ja mal geklappt, aber die situation unterm tisch war etwas chaotisch. es hatten sich drei weitere kleine trauben aus den restlichen bienen gebildet, an die ich aber nicht herankommen konnte. zu verwinkelt das ganze.

macht nichts, denke ich mir. die königin ist bestimmt schon in einer der kästen gewesen, die sind ja vermutlich auch schon mindestens einen tag vorher eingezogen. die werden schon noch draufkommen, wo die königin ist, und von selbst die koffer packen. kein bedarf, da jetzt irgendwie mit dem besen herumzufummeln und bienen verscheuchen.

und genau so war es dann auch. als ich einige stunden später wiederkomme, haben sich auch die letzten schwarmreste aufgelöst. all in. der flugverkehr am flugloch ist auf touren, die ersten gelben höschen sind auch schon gelandet. die traube unterm tisch hatte übrigens auch schon begonnen, eine wabe zu bauen:

schwarmwabe

also summt es wieder! ich kanns kaum fassen. und fast ohne arbeit. so lässt sichs imkern.

wenn sie jetzt auch noch lernen, sich selbst die varroa vom hintern zu zupfen…

Dieser Beitrag wurde am 19. Juni 2013 um 10:47 veröffentlicht. Er wurde unter Uncategorized abgelegt und ist mit getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

7 Gedanken zu „summ summ…

  1. Martina Steinacher sagte am :

    Hey du gechillter Bienenprofi :)

    Schön wenns diesen Sommer geklappt hat, war wohl die Entschädigung für letzten Sommer :D

    Falls es nichts geworden wäre hättest du ja ein Fahrrad aufstellen könnte… Dürfte laut österreichischen Nachrichten in der bienenwelt wohl der neueste Trend als Ferienbehausung sein. Hotel zum schwitzigen Sattel, hihi

    Ich wünsch Euch ganz viel Glück und Hinig
    Bussal, Tina

  2. Anonymous sagte am :

    Wow! Wir, die wir zu Denen mit den heftigen Schwarmfangaktionen gehören, gratulieren! Wir hatten Lockkisten aufgestellt, auch mit einer Wabe drin- aber bei uns hats nix genutzt…

  3. Äh- seltsam- der Anonymous war ich…

  4. Petra sagte am :

    hihi…und eines dieser lieben tierchen verpasste heute seinem entdecker ein geschwollenes auge…..;-)ABER: selbst schuld…….!!!!

  5. Hej Haunibeinl

    Erst mal ein grosses DANKE fuer Deinen Blog und die phantastischen Bilder.
    Hab mich in einem Zug durchgelesen denn Deine, noch dazu herrlich humorvolle, Art zu (be)schreiben hat mir mehr gezeigt als wochenlanges Lesen.

    Mach bloss weiter!

    Kap Horn

    • hej hej kap horn,

      vielen dank für die netten worte! unterhaltsam zu informieren, das war ein wenig das anliegen, überhaupt so einen blog zu machen. schön, dass das konzept aufgeht ;) alles liebe in den norden und hoffentlich klappts ja irgendwann mal mit den bienen! ligru max

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